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Jesus – ein Helfer auch für »schwierige Fälle«

von Kerstin Marzinzik - Impressum & Datenschutz   ·   01.04.2017   ·   4 Minuten Lesezeit

Ostern feiern wir die Auferstehung Jesu – seinen Sieg über den Tod. Schon vor seiner Kreuzigung hat Jesus seine Macht über den Tod gelegentlich demonstriert, indem er Tote wieder auferweckte. Das war noch kein endgültiger Sieg über den Tod, denn diese Menschen sind später wieder verstorben. Dennoch demonstrierten diese Auferweckungen sehr eindrücklich Jesu Macht und Mitgefühl.

Als ihm in der Stadt Nain ein Leichenzug begegnete (Lk 7,11 ff), wurde Jesus »innerlich bewegt« (V.13), weil der Tote der einzige Sohn einer Witwe war. In einer Zeit, in der die eigenen Kinder quasi die Altersversorgung darstellten, war der Verlust des einzigen Kindes doppelt hart. Doch Jesus erkannte die Not und holte den Toten mit einem einzigen Machtwort ins Leben zurück.

Die Tochter des Synagogenvorstehers Jairus, die Jesus ebenfalls von den Toten auferweckte, war auch das einzige Kind (Lk 8,41-42). Als Jairus Jesus um Hilfe bat, lag seine Tochter im Sterben, war aber noch lebendig. Auf dem Weg zu seinem Haus kam es zu einer Verzögerung, weil sich eine Frau, die an Blutfluss litt und sich nach Heilung sehnte, unter die Volksmenge gemischt hatte und die Quaste von Jesu Gewand berührte. Während Jesus dann mit der Frau sprach, wurde Jairus berichtet, dass seine Tochter gestorben sei und er Jesus nicht mehr bemühen solle (Lk 8,49). Wie bitte? Eine schwerkranke Person zu heilen, trauten sie Jesus zu. Dass er das konnte, hatten die Menschen inzwischen wohl oft genug erlebt oder gehört. Aber Tote hat Jesus nicht so viele auferweckt; das traute man ihm scheinbar nicht zu (obwohl die Auferweckung des Jünglings von Nain scheinbar relativ kurz davor stattgefunden hat).

Geht es uns manchmal ähnlich? Trauen wir Gott nur »Kleinigkeiten« zu, aber bei richtig großen Probleme fühlen wir uns hilflos und allein? Jesus besitzt alle Macht im Himmel und auf Erden (Mt 28,18). Sollte dem, der alles geschaffen hat, irgendetwas unmöglich sein?

Siehe, ich bin der HERR, der Gott allen Fleisches; sollte mir irgendein Ding unmöglich sein? (Jer 32,27)

Bei Menschen ist es unmöglich, aber nicht bei Gott; denn bei Gott sind alle Dinge möglich. (Mk 10,27).

Das sollten wir niemals vergessen! Unserem himmlischen Vater und seinem Sohn Jesus Christus sind ALLE Dinge möglich. Wenn er manchmal trotzdem anders handelt, als wir erwarten, dann hat er gute Gründe dafür, auch wenn wir diese nicht immer völlig verstehen. Aber wir dürfen ihm vertrauen, dass er es gut mit uns meint und auch dann zu unserem Besten handelt, wenn sich die Situation nicht in der Weise ändert, wie wir es erwarten oder hoffen (vgl. Röm 8,28).

So erging es auch Marta und Maria, als ihr Bruder Lazarus sterbenskrank war. Auch sie glaubten, dass Jesus ihren Bruder heilen könnte, wenn er käme. Aber Jesus ließ sich Zeit. Er blieb noch zwei Tage an dem Ort, wo er war (Joh 11,6) und machte sich erst dann auf den Weg nach Betanien. Als Jesus endlich dort ankam, lag Lazarus bereits vier Tage im Grab (V.17)! Entsprechend groß war die Trauer der beiden Schwestern. Sie waren enttäuscht, dass Jesus nicht eher gekommen war und ihren Bruder geheilt hatte (V.21). Aber Jesus hatte Größeres vor! Er wollte ihren Glauben stärken und erweitern. Und ihnen ganz praktisch zeigen, dass er »die Auferstehung und das Leben« ist (V.25). Ja, er wollte ihnen die Chance geben, »die Herrlichkeit Gottes« (V.40) zu sehen. Und alle Anwesenden staunten nicht schlecht, als Jesus Lazarus herausrief und dieser dann tatsächlich lebendig aus der Gruft herauskam.

Bemerkenswert ist noch die Erwähnung, dass Lazarus bereits seit 4 Tagen tot war (V.17.39), als Jesus kam. Die anderen Totenauferweckungen hatten am Todestag stattgefunden. Nach jüdischer Vorstellung blieb die Seele drei Tage lang beim toten Körper, um zurückzukehren. Am vierten Tag jedoch gibt sie die Hoffnung auf eine Rückkehr auf. Damit ist der Tod endgültig geworden. Als Jesus am vierten Tag kam, gab es nach dem volkstümlichen Glauben keine Aussicht mehr auf eine Wiederbelebung. Dass Jesus den Lazarus selbst am vierten Tag noch auferwecken konnte, zeigt einerseits, dass er stärker ist als der Tod. Und andererseits, dass er selbst die hoffnungslosesten Situationen verändern kann. Wir haben einen großen Gott!

bei Gott wird kein Ding unmöglich sein. (Lk 1,37)

Glauben wir das?