Gemeindebriefportal von Kerstin Marzinzik

· Texte Suche Impressum & Datenschutz · Zurück Weiter

K.M.


Bibelfreun.de

Den Blick nach vorne richten!

von Kerstin Marzinzik - Impressum & Datenschutz   ·   01.06.2017   ·   4 Minuten Lesezeit

Der Blick in die richtige Richtung kann sehr entscheidend sein. Wer beim Auto- oder Fahrradfahren nicht überwiegend nach vorne schaut, wird nicht lange auf den Unfall warten müssen. Ein Jäger wird kaum ein Tier erlegen, wenn er es nicht genau fixiert und mit seinem Blick verfolgt. Oft ist es nur eine Kleinigkeit, die man übersehen hat, die zum Unglück führt. Das gilt im irdischen wie im geistlichen Leben. Es ist also in jeder Hinsicht wichtig, in die »richtige Richtung« zu blicken. Meistens bedeutet das »geradeaus«, nach vorne zu blicken:

Lass deine Augen geradeaus blicken und deine Wimpern gerade vor dich hinschauen. Ebne die Bahn deines Fußes, und alle deine Wege seien gerade; biege nicht ab zur Rechten noch zur Linken, wende deinen Fuß ab vom Bösen. (Spr 4,25-27)

»Geradeaus-Blicken« ist hier ein Bild für den guten, richtige Weg. Wer zur Seite blickt und geht, kommt vom geraden Weg ab und landet beim Bösen, in der Sünde.

Solange Petrus auf Jesus sah, konnte er sogar auf dem Wasser gehen (Mt 14,29)! Erst als er nicht mehr auf Jesus sah, sondern auf den starken Wind achtete, begann er zu sinken (V.30).

Wie oft blicken wir zur Seite! Wie oft schauen wir auf widrige Umstände oder darauf, was die anderen machen und vergleichen uns mit ihnen. Sind sie schon »weiter«, sind sie besser, erfolgreicher, haben mehr Besitz, …? Doch das lenkt nur vom Wesentlichen ab: vom Blick auf Jesus und dem, was er mit DIR vor hat. Selbst wenn Jesus mit deinem Bruder oder deiner Schwester im Glauben »Größeres« vor hat, »Was geht es dich an?« (Joh 21,22+23). Du musst nur darauf achten, dass du das Ziel, das er für DICH vorgesehen hat, nicht verpasst!

Auch der Blick nach hinten, in die Vergangenheit, stört! Früher war auch nicht alles besser.

Sprich nicht: Wie kommt es, dass die früheren Tage besser waren als diese? Denn nicht aus Weisheit fragst du danach. (Pred 7,10)

Das gilt auch für Krisenzeiten und »Umbrüche« im Leben. Schwere Krankheiten, ein Schul- oder Arbeitsplatzwechsel, der Beginn einer Ausbildung oder der Auszug der Kinder können das gewohnte Leben gehörig »auf den Kopf stellen«. Plötzlich ist nichts mehr »wie gewohnt«. Man muss sich an eine neue Situation gewöhnen, neue Herausforderungen meistern. In solchen Situationen sehnen sich die meisten Menschen verständlicher Weise nach dem Alten und Vertrauten. Aber gerade dann ist es hilfreich, im Vertrauen auf Gottes Hilfe und Gegenwart den Blick nach vorne zu richten. Das Großartige bei Gott ist, dass er selbst in ausweglosen Situationen neue Wege bahnen kann. Oft hat er Lösungen, an die wir nie gedacht hätten. Als das Volk Israel beim Auszug aus Ägypten zwischen dem Schilfmeer und der ägyptischen Armee eingekeilt war, schuf Gott einen Weg mitten durch das Wasser. Das hätte niemand für möglich gehalten, aber Gott hat es möglich gemacht! Wir haben einen großen Gott! Lassen wir uns immer wieder von dem Neuen überraschen, was er in unserem Leben wirkt und schafft.

Erinnert euch nicht an das Frühere, und über die Dinge der Vorzeit sinnt nicht nach! Siehe, ich wirke Neues; jetzt sprosst es auf; erkennt ihr es nicht? (Jes 43,18-19)

Der Blick zurück macht blind für die Chancen der Gegenwart – sowohl im irdischen, wie auch im geistlichen Bereich. Und das kann dazu führen, dass Jesus dich für seine Ziele im »Hier und Jetzt« nicht gebrauchen kann!

Jesus aber sprach zu ihm: Niemand, der die Hand an den Pflug gelegt hat und zurückblickt, ist tauglich für das Reich Gottes. (Lk 9,62)

Deshalb rät auch Paulus, die Vergangenheit Vergangenheit sein zu lassen, nach vorne zu blicken und vor allem »das Ziel« nicht aus den Augen zu verlieren.

eins aber tue ich: Vergessend, was dahinten, und mich ausstreckend nach dem, was vorn ist, jage ich, das Ziel anschauend, hin zu dem Kampfpreis der Berufung Gottes nach oben in Christus Jesus. (Phil 3,13-14)

Eines Tages werden wir alle bei Jesus sein. Dann interessiert vieles von dem, was uns jetzt so wichtig erscheint und »in Beschlag nimmt« überhaupt nicht mehr. Dann zählt vor allem, wie treu wir die Talente, die der Herr einem jeden gegeben hat, für ihn und sein Reich eingesetzt haben. Und jeder, der sich vom Kampf des irdischen Lebens nicht entmutigen lässt, sondern seine Gaben für Gott einsetzt, bekommt am Ende sogar einen »Kampfpreis«. Paulus schreibt nicht, dass er auf einen Preis hofft. Dass es Lohn für treuen Dienst gibt, ist gewiss (vgl. Mt 25,14-30). Und deshalb jagt Paulus diesem Ziel nach. Er setzt all seine Energie für das Reich Gottes ein, um seinem Herrn treu zu dienen. Im Wettkampf darf man nur auf das Ziel sehen. Wer zur Seite blickt, verliert kostbare Zeit. Und wer viel zur Seite oder nach hinten blickt, verfehlt das Ziel oder verliert es ganz aus den Augen. Lassen wir uns daher von den Widrigkeiten des irdischen Lebens nicht entmutigen. Blicken wir nicht so sehr auf das Irdische und Vergängliche, sondern auf Jesus und unsere Zukunft bei ihm. Und nutzen wir die Zeit bis dahin, um ihm freudig zu dienen.

Dient dem HERRN mit Freuden; kommt vor sein Angesicht mit Jubel! (Ps 100,2)