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Maria – eine hingebungsvolle Nachfolgerin Jesu

von Kerstin Marzinzik - Impressum & Datenschutz   ·   01.04.2018   ·   4 Minuten Lesezeit

Jesus nun kam sechs Tage vor dem Passah nach Bethanien, wo Lazarus, der Gestorbene, war, den Jesus aus den Toten auferweckt hatte. Sie machten ihm nun dort ein Abendessen, und Martha diente; Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tisch lagen. Da nahm Maria ein Pfund Salböl von echter, sehr kostbarer Narde und salbte die Füße Jesu und trocknete seine Füße mit ihren Haaren. Das Haus aber wurde von dem Geruch des Salböls erfüllt. Es sagt aber Judas, Simons Sohn, der Iskariot, einer von seinen Jüngern, der im Begriff stand, ihn zu überliefern: Warum ist dieses Salböl nicht für dreihundert Denare verkauft und den Armen gegeben worden? Er sagte dies aber, nicht weil er für die Armen besorgt war, sondern weil er ein Dieb war und die Kasse hatte und trug, was eingelegt wurde. Da sprach Jesus: Erlaube ihr, es auf den Tag meines Begräbnisses aufbewahrt zu haben; denn die Armen habt ihr allezeit bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit. (Joh 12,1-8)

Maria aus Bethanien war eine sehr bemerkenswerte Frau. Sie war so von Jesus fasziniert, dass ihr Verhalten manchmal etwas unkonventionell war und Anstoß erregte. Aber es zeigt echte Hingabe und davon können wir viel lernen!

Als Jesus einmal mit seinen Jüngern bei Martha, Maria und Lazarus einkehrte, machte Martha sich gleich an die Arbeit, um die vielen Personen angemessen bewirten zu können (Lk 10,40). Das scheint ihre Gabe gewesen zu sein. Denn auch bei der oben zitierten späteren Begebenheit lesen wir wieder, dass Martha diente (Joh 12,2). Doch was tat Maria? Vermutlich hat sie auch mitgeholfen, aber sie wollte die Gelegenheit nicht verpassen, von Jesus zu lernen. Und so kam es, dass sie »sich auch zu den Füßen Jesu niedersetzte und seinem Wort zuhörte« (Lk 10,39). Das kleine Wörtchen »auch« könnte ein Hinweis darauf sein, dass sie nicht die ganze Zeit zuhörte, sondern zuerst mitgeholfen hatte. Aber sie wusste, wie wichtig die Worte Jesu sind und dass es nicht verkehrt ist, sich dafür Zeit zu nehmen, selbst wenn andere Aufgaben drängend erscheinen. Diese scheinbare Untätigkeit erregte das Missfallen Marthas. Doch Jesus lobte Maria, indem er sprach: »Martha, Martha! Du bist besorgt und beunruhigt um viele Dinge; eins aber ist nötig. Denn Maria hat das gute Teil erwählt, das nicht von ihr genommen werden wird.« (Lk 10,41-42)

Sind wir nicht auch oft um viele Dinge besorgt und vergessen dabei das Wichtigere: das Hören bzw. Lesen des Wortes Gottes, der Bibel? Wer sich Zeit für Gottes Wort nimmt, hat »das gute Teil erwählt«!

In Joh 12 sehen wir Maria erneut zu den Füßen Jesu (V.3). Und Martha war wieder am Dienen – doch diesmal wird nicht berichtet, dass sie Anstoß daran nahm, dass ihre Schwester Maria sie nicht dabei unterstützte. Vielleicht hatte sie verstanden, dass das Dienen ihre Gabe war (vgl. Röm 12,6-7) und andere Menschen dem Herrn anders dienen. Auch wir dürfen andere Menschen nicht dafür verurteilen, dass sie Jesus auf andere Art und Weise dienen als wir. »Jeder hat seine Gnadengabe von Gott, der eine so, der andere so.« (1.Kor 7,7b)

Diesmal saß Maria allerdings nicht zu den Füßen Jesu, um ihm zuzuhören, sondern um ihm Ehre zu erweisen, indem sie ein Fläschchen echter, kostbarer Narde über Jesu Kopf goss und auch seine Füße damit salbte (Mk 14,3; Joh 12,3). Das Salböl kostete ein kleines Vermögen – etwa so viel, wie ein Arbeiter in einem Jahr verdiente. So viel war Jesus ihr wert! So viel »verschwendete« (Mk 14,4) sie, um ihm ihre Wertschätzung zu zeigen. Sie zeigte mit ihrer Handlung, dass für Jesus das Beste gerade gut genug ist. Das ist echte Hingabe.

Auch dieses Verhalten rief Unwillen und Unverständnis hervor. Diesmal nicht innerhalb der eigenen Familie, sondern bei den Anhängern Jesu, allen voran bei Judas Iskariot (Mk 14,4; Joh 12,4). Hätte man das Öl nicht lieber verkaufen und den Armen geben sollen? Ein sehr fromm klingender Einwand. (Wobei Judas wahrer Beweggrund ein anderer war: Er verwaltete die Kasse und bereicherte sich daraus.) Jesus erklärte ihm, dass es allezeit Arme geben würde, denen man Gutes tun könne. Ihn dagegen würden sie nicht mehr lange bei sich haben. Seine Kreuzigung stand kurz bevor und Maria hatte die Chance genutzt, ihn für sein bevorstehendes Begräbnis zu salben. Ob sie das nun geahnt hatte oder nicht – auf jeden Fall hatte sie ihrem inneren Impuls nachgegeben und ihrer Zuneigung zu Jesus Ausdruck verliehen.

Von Maria können wir lernen, was echte Hingabe ist. Sie nahm sich Zeit für Jesus. Ihr war es wichtig, seinem Wort zuzuhören. Dafür konnte sie auch mal andere Arbeit liegen lassen. Auch ehrte sie Jesus mit dem vermutlich Wertvollsten, was sie besaß: dem kostbaren Salböl.

Und sie handelte nach ihrer inneren Überzeugung und ihrem Empfinden, egal, was andere Leute darüber dachten.

Wie sieht es mit unserer Hingabe an Jesus aus? Wieviel von unserer Zeit und unserem Besitz geben wir Jesus? Nehmen wir uns Zeit, ihm zuzuhören? Wieviel lassen wir uns unsere Nachfolge kosten? Und lassen wir uns von der Meinung anderer Leute beeinflussen? Von unseren Familienangehörigen, von Nachbarn und Kollegen oder auch von anderen Christen?