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Große Freude ? !

von Kerstin Marzinzik - Impressum & Datenschutz   ·   01.12.2018   ·   5 Minuten Lesezeit

Und es waren Hirten in derselben Gegend, die auf freiem Feld blieben und in der Nacht Wache hielten über ihre Herde. Und [siehe,] ein Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Herrlichkeit des Herrn umleuchtete sie, und sie fürchteten sich mit großer Furcht. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die für das ganze Volk sein wird; denn euch ist heute in der Stadt Davids ein Erretter geboren, welcher ist Christus, der Herr. (Lk 2,8-11)

Weihnachten ist das Fest der großen Freude! Wenigstens für die Kinder. Die freuen sich schon lange vorher auf dieses »Fest der Feste«, die Spannung wächst von Tag zu Tag …

Aber für die Erwachsenen? Da ist Weihnachten eher das Fest der großen Hektik, der vielen Vorbereitungen, des großen Stresses, der großen Erwartungen … und manchmal der großen Enttäuschungen.

Bei manchem sind auch die äußeren Umstände alles andere als erfreulich, etwa wenn man alleine Weihnachten feiern muss. Oder wenn die Ehe zerrüttet oder gar ein Familienmitglied gestorben ist. Oder man krank ist oder den Arbeitsplatz verloren hat. Oder wenn man das Gefühl hat, in Sorgen und Nöten zu ersticken. Oder man vielleicht sogar seines Glaubens wegen verfolgt oder misshandelt wird. Woher soll oder kann dann Freude kommen?

Was ist das für eine Freude, die die Engel hier verheißen – und die groß genug ist, selbst im größten menschlichen Elend noch Grund zur Freude zu bieten?

JESUS CHRISTUS selbst, der Retter (V.11), ist der Gegenstand dieser alles überragenden Freude.

Einen Retter braucht man, wenn man in Not ist. Wenn es brennt oder man sich in Lebensgefahr oder Seenotbefindet. Jesus war allerdings weder Feuerwehrmann noch Rettungssanitäter oder -schwimmer. Er rettet nicht unbedingt aus irdischen Nöten, sondern in erster Linie vor der ewigen Verlorenheit. Er kam, um uns von unserer Schuld zu befreien, um uns zu erlösen (Joh 1,29; 1.Joh 2,2; 1.Tim 1,15; Gal 1,4; 1.Pt 2,24), um uns ewiges Leben (Joh 3,16) zu erwirken und eine ewige Hoffnung (2.Thess 2,16; Kol 1,27; 1.Pt 1,3) zu schenken.

Warum lehnten und lehnen ihn so viele ab und wollen sich nicht retten lassen? Weil sie ihre Not nicht erkennen. Es ist wie wenn Leute sich auf einem sinkenden Kreuzfahrtschiff amüsieren, weil sie von den vielen Angeboten abgelenkt sind und gar nicht merken, dass ihr Schiff untergeht. So merken auch viele Menschen nicht, dass ihr Lebensschiff durch die Sünde beschädigt ist und sie dringend einen Retter benötigen. Wenn jemand den Rettungsring nicht ergreift, wird er ertrinken.

Jesus kann nur denen helfen, die ihre Unzulänglichkeit erkennen und sein Rettungsangebot annehmen. Wer seinen wahren, verlorenen Zustand nicht erkennt, den kann er auch nicht retten!! Und das ist tragisch, denn Jesus ist ja gekommen, um die Menschen, die durch die Sünde verloren sind, zu retten:

denn der Sohn des Menschen ist gekommen, zu suchen und zu erretten, was verloren ist. (Lk 19,10)

Das bringt schon der Name Jesu zum Ausdruck, denn Jesus ist die griechische Form des hebräischen Josua oder Jesua und bedeutet »der HERR [JHWH; der Eigenname Gottes] ist Rettung«.

Sie wird aber einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus nennen; denn er wird sein Volk erretten von ihren Sünden. (Mt 1,21)

Und es ist in keinem anderen das Heil, denn es ist auch kein anderer Name unter dem Himmel, der unter den Menschen gegeben ist, in dem wir errettet werden müssen. (Apg 4,12)

Den Zusammenhang zwischen der Verlorenheit dieser Welt, die dringend einen Retter braucht(e) (V.11), und der Freude, zu der uns die Geburt des Retters Christus Anlass gibt, besingen wir auch in einem beliebten Weihnachtslied:

Oh du fröhliche, oh du selige,

Gnaden bringende Weihnachtszeit.

Welt ging verloren,

Christ ward geboren

Freue, freue dich oh Christenheit.

Vergessen wir auch nicht, dass das jetzige Leben nicht alles ist. Gott verheißt einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen all das, was das jetzige Leben z. T. so schwer macht, keinen Zugang haben wird. Das Beste kommt noch!

Wir erwarten aber nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt. (2.Pt 3,13)

Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr.

Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel herabkommen von Gott, bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut. Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Thron sagen: Siehe, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.

Und der, der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er spricht [zu mir]: Schreibe, denn diese Worte sind gewiss und wahrhaftig. (Off 21,1-5)

[vgl. auch Jes 65,17-21]

Schließlich ist noch zu beachten, dass die Freude, von der hier die Rede ist, keine irdische, sondern göttliche Freude ist. Eine Freude über und aus Gott. Und sie ist eine Frucht des Heiligen Geistes:

Dies habe ich zu euch geredet, damit meine Freude in euch sei und eure Freude völlig werde. (Joh 15,11)

Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit; gegen solche Dinge gibt es kein Gesetz. (Gal 5,22-23)

Je mehr uns bewusst wird, wie sehr wir die Rettung Gottes nötig haben und wie viel Gott den »Geretteten« schenkt, desto größer wird unsere Freude über dieses Geschenk Gottes sein.

In diesem Sinne: freudige, frohe Weihnachten!